Sieh dich um in deinem Leben. Welche Menschen sind Teil davon, bevölkern und bereichern es? Und welche Rolle spielst du in ihrem Leben? Was habt ihr zusammen erlebt, geschafft und bewegt? Bestimmt sind viele dieser Menschen Teil einer Gruppe oder eines Vereins, engagieren sich ehrenamtlich oder stehen immer wieder verwandten und befreundeten Menschen zur Seite. Bestimmt tust du das auch.
Um überleben zu können und ihren Alltag zu bestreiten, haben Menschen während ihrer gesamten Geschichte zusammengearbeitet. Für Denker*innen wie Peter Kropotkin (2018)[1] ist diese Eigenschaft, der Wille zusammenzuarbeiten und einander zu helfen, die Grundlage für die Entwicklung und den Erfolg menschlicher Gesellschaft.
Alle, die sich schon einmal so organisiert haben, wissen, dass es nicht immer leicht ist, einen Konsens zu finden und sich gemeinsam zu koordinieren. Manchmal ist es sogar frustrierend. Trotzdem kannst du viele unterschiedliche Formen freier Zusammenschlüsse und gegenseitiger Hilfe in deinem Umfeld entdecken, wenn du nur danach suchst. Denn alle, die sich schon einmal so organisiert haben, wissen auch, dass es sich immer wieder lohnt.
GEGENSEITIGE HILFE
Gegenseitige Hilfe bedeutet eine kollektive Koordination zur Erfüllung der Bedürfnisse aller (Spade 2020: 7). Falls du trotz allem keine Beispiele aus deinem Umfeld vor Augen hast, hier nur einige Ideen: Während Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen, schleppen Freiwillige Sandsäcke, verteilen Vorräte oder nehmen Menschen auf (Spade 2020: 12). Zu Hochzeiten der Covid-19-Pandemie erledigten Freund*innen, Verwandte, aber auch organisierte Gruppen Einkäufe für Erkrankte oder immungeschwächte Menschen.[2] Nachbar*innen organisieren zusammen ein Sommerfest im Innenhof, Freiwillige helfen Kindern bei den Hausaufgaben, und Hochschulgruppen, wie Studis gegen Rechts, First Aid for All oder Fridays for Future, organisieren sich, um für Belange einzutreten, die ihnen wichtig sind.
Die gegenseitige Hilfe, die wir heute schon leisten, zeigt uns, „wie wir zusammen Dinge erreichen können, von denen uns gesagt wurde, dass sie unvorstellbar sind, und dass wir uns ohne Zwang organisieren können[3]“ (Spade 2020: 16). Durch unsere Zusammenarbeit schaffen wir schon heute Orte, an denen Menschen zusammenkommen, diskutieren, sich kennenlernen und solidarisch füreinander eintreten können. So entstehen Fähigkeiten, die uns auch in der Zukunft helfen werden, ohne Hierarchien zu kooperieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen (Spade 2020: 15f).
DER DEUTSCHE STAAT
Gut also, dass wir haben, was wir brauchen, um einander zu versorgen. Doch warum ist das nötig, wenn eigentlich der Staat[4] die Pflicht dazu hat?
„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (GG 1949: Art. 1 Abs. 1). „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ (GG 1949: Art. 2 Abs. 1). „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“ (GG 1949: Art. 20 Abs. 1).
Deutschland ist also laut seiner Verfassung ein Sozialstaat, der weltweit die Menschenrechte achten, seinen Bürger*innen ein menschenwürdiges Leben sichern und sie schützen muss (Gramm & Pieper 2015). Wenn er das auch kann und will, warum müssen dann Freiwillige vor allen anderen eine Flutkatastrophe bewältigen? Warum müssen Betroffene und Familienmitglieder allein mit den Konsequenzen einer Pandemie zurechtkommen? Warum haben nicht alle Kinder, egal aus welchem Elternhaus, dieselben Bildungschancen? Warum müssen Hochschulgruppen noch gegen Diskriminierung und Faschismus, für gesundheitliche Bildung und gegen den Klimawandel eintreten?
Weil der Staat seinen Aufgaben nicht zur Genüge nachkommt und nicht nachkommen wird. Weil er sich an ungerechten und undemokratischen Systemen beteiligt, die den Menschen den Zugang zu Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung, Wohnraum, öffentlichen Verkehrsmitteln und allen anderen lebensnotwendigen Dingen zumindest erschweren (Spade 2020: 19f). Weil die Infrastruktur, die dazu beitragen würde, seinen Aufgaben nachzukommen, unter fehlenden Investitionen zusammenzubrechen droht.
2024 attestierten das Institut der deutschen Wirtschaft und das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung dem deutschen Staat 600 Milliarden Euro Investitionsbedarf (IWD 2024). Dazu zählen die beiden Institute unter anderem 200 fehlende Milliarden für die Dekarbonisierung[5] und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht mit seinem Urteil von 2021 die Pflicht des Staates, gegen den Klimawandel vorzugehen, bestätigte (IWD 2024; Verheyen & Wollenteit 2021).
Zusätzlich dazu, dass der deutsche Staat Pflichten wie dieser nicht nachkommt, dürfen wir seine Geschichte nicht vergessen. Deutschland ist ein Täter*innen-Staat, verantwortlich für den Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia und die Verbrechen der NS-Zeit, vor allem den Holocaust, die Ermordung von Homosexuellen, Sinti*zze und Rom*nja und behinderten Menschen. Deutschland wird ein Täter*innen-Staat bleiben, so sehr die Menschen hier sich auch gegen diese Zuschreibung wehren.
Staaten haben als Inhaber des Machtmonopols innerhalb ihrer Grenzen so viele Möglichkeiten, diese Macht zu missbrauchen, wie keine andere Entität. Dazu kommt noch die Möglichkeit, sie auf Ziele außerhalb ihrer Grenzen zu richten. Wer wird das verhindern? Wer wird den Aufstieg der AfD in Deutschland verhindern, wenn Gewaltenteilung, wache Zivilgesellschaft und die vermeintliche Brandmauer nicht ausreichen? Wer wird verhindern, dass der deutsche Staat, unterstützt von seinen Bürger*innen, erneut Untaten begeht?
Schlussendlich stellt er eine Gefahr für die Menschen außerhalb seiner Grenzen dar und kann oder will gleichzeitig seinen gesetzlichen Pflichten gegenüber seinen eigenen Bürger*innen nicht nachkommen. Pflichten, die er sich selbst auferlegt hat, Bürger*innen, denen er eigentlich verpflichtet ist: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ (GG 1949: Art. 20 Abs. 2). Deshalb hat Deutschland keine Zukunft. Der deutsche Staat wird die Zukunft weder sichern noch gestalten. Die Menschen tun es: durch gegenseitige Hilfe.
WIE KANN VERÄNDERUNG BEGINNEN?
„Je mehr die Verpflichtungen gegen den Staat sich häuften, umso mehr wurden offenbar die Bürger[*innen] ihrer Verpflichtung gegeneinander entledigt“, schreibt Kropotkin (2018: 210).
Anstatt uns also darauf zu verlassen, dass der Staat seinen Aufgaben nachkommt, sollte unser erster Schritt sein, uns immer mehr füreinander verantwortlich zu fühlen. Wir machen damit die Deckung unserer Bedürfnisse wieder zu unserer Aufgabe und somit zum zentralen Ziel unserer Gesellschaft. Auf der persönlichen Ebene tun Menschen das in den oben genannten Beispielen. Es folgen zwei Beispiele von weitreichenderen Initiativen, die zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte:
Erstens Sanktionsfrei. Der Verein geht juristisch gegen Fehler und Willkür beim Jobcenter vor und zahlt währenddessen Betroffenen Geld aus einem Solidartopf aus (Sanktionsfrei 2025). Sanktionsfreis Ziel: „Alle, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, sollen menschenwürdig und angstfrei abgesichert sein“ (Sanktionsfrei 2025: Abs. 3). Dieses Beispiel zeigt, wie wir einander solidarisch zur Seite stehen können, wenn staatliche Institutionen es nicht tun: Menschen die Mittel geben, die sie zum Leben brauchen, und ihnen vertrauen, dass sie ihre eigene Situation und Bedürfnisse am besten kennen.
Zweitens sogenannte Commons[6]-Public-Partnerships. Dabei handelt es sich um ein Modell rechtlich abgesicherter Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und staatlichen Organen, durch die sich lokale Gemeinschaften selbst verwalten können (Jerchel & Pape 2022). Diesem Prinzip folgt auch die Fuchsmühle in Waldkappel, in der Commons orientiert gelebt wird (Jerchel & Pape 2022; Fuchsmühle 2025). Dort entstanden unter anderem eine Lebensmittelkooperative[7], Common-Streuobstwiese und -Wald und ein mehrjähriges Laborprojekt zu solidarischer Wirtschaft (Jerchel & Pape 2022; Fuchsmühle 2025). Solche Kooperationen zwischen Orten der gegenseitigen Hilfe und staatlichen Akteuren zeigen, wie wir schon heute im Kleinen in Utopien leben können, die den Weg in die Zukunft ohne Staat weisen: „So bauen wir gleichzeitig die Welt, die wir wollen und werden die Art von Menschen, die sie zusammen bewohnen können[8]“ (Spade 2020: 17).
UNSERE ZUKUNFT
Doch wie soll diese Welt aussehen? Zuerst ist es wichtig, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass es möglich ist, gegenwärtige Verhältnisse zu ändern, auch wenn sie noch so festgefahren scheinen. Die Zukunftsvision, die ich im Folgenden vorstelle, ist an die Gedanken von Kropotkin (2022)[9] angelehnt.
Oben habe ich einige Gründe aufgezählt, warum nicht der Staat, sondern die Menschen sich selbst regieren sollten. Vereine, Gruppen und Gemeinschaften werden dann freiwillig gebildet und verlassen. Genau das tun die Nothelfer*innen, Netzwerke von Verwandten und Freund*innen und Hochschulgruppen, jetzt auch schon. Nach dem Subsidiaritätsprinzip wird eine höhere Organisationsebene nur nötig sein, wenn die darunter eine Aufgabe nicht allein bewältigen kann (BpB 2025). Solche höheren Ebenen werden sich aus Delegierten zusammensetzen, die allerdings nicht allein einen Beschluss fassen, sondern als Sachverständige Vorschläge ausarbeiten, die sie dann zur Abstimmung in ihre Gemeinden zurückbringen (Kropotkin 2022: 40).[10]
Dabei wird es viele lokale Differenzen geben, wie genau die Menschen ihr Zusammenleben organisieren möchten (Kropotkin 2022: 71). Vielseitigkeit und Dezentralisation bedeuten für alle die Möglichkeit, ihre spezifischen Kenntnisse darüber, was ihre Gemeinschaft braucht, einzusetzen, aber auch voneinander zu lernen. Die gemeinsame Organisation wird auf Vertrauen fußen und durch die öffentliche Meinung in der eigenen Gemeinde kontrolliert werden (Kropotkin 2022: 64).
Das Ziel aller Bemühungen in dieser Zukunft wird die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen (Kropotkin 2022: 59), sowie die der Natur und der Tiere sein. Dazu gehört auch, dass alle Menschen, unabhängig von ihrer Leistung, das bekommen werden, was sie brauchen. „Jedem nach seinen Bedürfnissen“ (Kropotkin 2022: 33). Um das zu gewährleisten, wird es eine neue Art der Produktion, der Verteilung und des Eigentums auf Grundlage der allgemeinen Gleichheit brauchen. Das bedeutet nicht, dass alle dasselbe erhalten, sondern es bedeutet anzuerkennen, dass alle Mitglieder der Gesellschaft[11] das Recht haben zu leben und versorgt zu werden (Kropotkin 2022: 151).[12]
Um dem nachzukommen, wird alles, was Menschen brauchen, um sich zu versorgen und Wohlstand zu schaffen, Gemeineigentum werden (Kropotkin 2022: 24). Dazu gehören Lebensmittel, Wohnraum, medizinische Versorgung, Produktionsmittel und vieles mehr. Da alle Erfindungen und Fortschritte, die die Menschheit gemacht hat, auf der Arbeit aller vergangenen und gegenwärtigen Menschen beruhen, ist es auch richtig, dass niemand allein Anspruch auf sie erheben kann (Kropotkin 2022: 14f). Was durch die Nutzung des Gemeinbesitzes produziert wurde, wird dann nach den Bedürfnissen verteilt. Frei, wenn es genug für alle gibt und ansonsten an die, die es am meisten brauchen (Kropotkin 2022: 65). Niemand soll reich sein, solange es arme Menschen gibt.
In dieser Zukunft wird es also ein Recht auf Wohlstand geben (Kropotkin 2022). Das bedeutet, sie wird auch Freizeit, Kunst, Literatur, Kultur und Wissenschaft fördern. Menschen werden Tätigkeiten nachgehen können, die das Leben angenehm machen und ihnen Freude bereiten, und es wird einen freien Fluss von Ideen geben, der künstlerische Betätigung und wissenschaftlichen Fortschritt vereinfachen wird (Kropotkin 2022: 108).[13]
Natürlich wird es trotzdem noch harte, körperliche oder unliebsame Arbeit geben. Aber in dieser Zukunft werden Menschen nicht gezwungen sein, sie zu machen, um irgendwie ihren Lohn zu verdienen. Es wird keinen Lohn mehr geben, da ja alles nach Bedürfnissen verteilt wird. Es wird auch niemand mehr durch seine oder ihre Arbeit einzelne Besitzer*innen bereichern, sondern nur die Gesellschaft (Kropotkin 2022: 42). Notwendige Arbeiten werden trotzdem geleistet, weil die Menschen wissen, was sie brauchen und es für sich sowie aus der „Überzeugung, dass man für alle arbeitet“ schaffen werden (Kropotkin 2022: 109). Außerdem werden alle Arbeitsplätze sicher, sauber und so angenehm wie möglich gestaltet sein.
Eine Möglichkeit, angenehme Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen, ist die von Frigga Haug vorgeschlagene 4 in 1 Perspektive. Dabei wird der 16-stündige Arbeitstag idealtypisch[14] in vier, vier-Stunden Abschnitte aufgeteilt: Politik, Erwerbsarbeit, Sorge- oder Reproduktionsarbeit und kulturelle Arbeit/eigene Entwicklung (Konzeptwerk neue Ökonomie 2025). So haben alle Menschen Zeit, sich selbst zu regieren, können die notwendigen Arbeiten erledigen, die Hausarbeit fair auf alle[15] aufteilen und Freizeit- und Kulturtätigkeiten nachgehen.
Der Wohlstand aller wird nicht mehr auf der Ausbeutung der Menschen und Natur im globalen Süden beruhen dürfen (Kropotkin 2022: 93). Frauen und Minderheiten, wie die LGBTQIA+ Community, dürfen nicht mehr diskriminiert werden. Es wird keine Unterschiede zwischen qualifizierter und ungelernter Arbeit mehr geben und keine Privilegien mehr aufgrund von Erziehung oder Geburt (Kropotkin 2022: 159, 165).[16]
„Ein neues Leben [erfordert] neue Wege“ (Kropotkin 2022: 82). Wir müssen nur Angst, Pessimismus und Trägheit überwinden und sie gehen. Viele Menschen tun das bereits, wie ich schon ganz am Anfang gezeigt habe. Sie legen den Fokus auf die Menschen in ihrer Nähe und darauf zu schaffen, was sie brauchen, anstatt darauf zu warten, dass der Staat es tut. Du kannst das auch und wahrscheinlich tust du es auf deine Weise schon. Weiter so und auf in die Zukunft!
LITERATUR
BpB, 2025: Subsidiaritätsprinzip. https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20791/subsidiaritaetsprinzip/.
Fuchsmühle, 2025: Wie wollen wir wandeln. https://fuchsmuehle.org/wie-wollen-wir-wandeln/ (16.7.2025).
1949: Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
IWD, 2024: Deutschland braucht Investitionen von 600 Milliarden Euro. Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft. https://www.iwd.de/artikel/deutschland-braucht-investitionen-von-600-milliarden-euro-621333/.
Konzeptwerk neue Ökonomie, 2025: Die 4-in-1-Perspektive. Hintergrundtext für Anleitende. https://endlich-wachstum.de/wp-content/uploads/2017/01/C_Who-cares_Hintergrundtext-4-in-1-Perspektive.pdf (18.7.2025).
Kropotkin, P., 2018: Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt. Berlin: Henricus.
Kropotkin, P., 2022: Die Eroberung des Brotes. Berlin: Henricus.
Plattform Ernährungswandel, 2025: Foodcoops. https://www.ernaehrungswandel.org/vernetzen/nischeninnovationen-in-europa/foodcoops (17.7.2025).
Sanktionsfrei, 2025: FAQ. https://sanktionsfrei.de/faq (15.7.2025).
Staub zu Glitzer, 2025: Commoning. Eine Übersicht. https://staubzuglitzer.de/commoning-eine-uebersicht/.
[1] Ursprünglich 1902 veröffentlicht.
[2] Und während die nun endemische Krankheit von staatlicher Seite größtenteils ignoriert wird, wird die Unterstützung von Menschen mit Long Covid, ME/CFS oder aktuellen Covid-19 Infektionen weiterhin von Freiwilligen, Familienmitgliedern und organisierten Gruppen getragen.
[3] Von der Autor*in übersetzt. Originalzitat: „(…) demonstrating how we can do things together in ways we wer told not to imagine, and that we can organize human activity without coercion“(Spade 2020: 16).
[4] Das Wort Staat meint im Folgenden vor allem das politische Staatswesen.
[5] Dazu zählen zum Beispiel der Ausbau erneuerbarer Energien und Wärmenetze (IWD 2024: Abb.1: Öffentliche Investitionen, es braucht Milliarden).
[6] Commons sind Gemeingüter, die von einer Gemeinschaft gepflegt und genutzt werden. Der Fokus liegt dabei auf Bedürfnisorientierung, direkter Demokratie und Selbstorganisation (Staub zu Glitzer 2025).
[7] Lebensmittelkooperativen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die den Bezug ihrer Lebensmittel gemeinsam selbst organisieren (Plattform Ernährungswandel 2025).
[8] Von der Autor*in übersetzt. Originalzitat: „We are both building the world we want and becoming the kind of people who could live in such a world together“ (Spade 2020: 17).
[9] Ursprünglich 1892 veröffentlicht.
[10] Direkte Demokratie.
[11] Ob menschlich oder nicht-menschlich, ob sie arbeiten oder nicht, ob gesund oder krank etc.
[12] Und auch wenn es immer ein gewisses Maß an Ungleichheit geben wird, soll diese so weit wie möglich reduziert werden (Kropotkin 2022: 84). Kropotkin nutzt das Wort Gleichheit, es könnte auch Gerechtigkeit/Fairness verwendet werden.
[13] Copyright und Patente sind in einer Welt notwendig, in der Menschen irgendwie von ihrer Kunst, Literatur oder Forschung leben müssen. Doch sie verhindern und erschweren auch Zusammenarbeit, gegenseitiges Lernen und Fortschritt. Wenn also alle Menschen versorgt sind, können sie sich ihnen freier und gemeinsam widmen.
[14] Also nicht zwingend, sondern basierend auf freier Vereinbarung mit anderen.
[15] Nicht nur auf Frauen!
[16] Siehe Fußnote 10.
